• Christine Sauer

EKG-Kurve, und alle so: Hä?!

Aktualisiert: Jan 23

Ich wusste, es gibt diese Kurve, die unseren Herzrhythmus beschreibt, und die aus dem Elektrokardiogramm entspringt. Aber was sagt die eigentlich genau aus und wann weiß ich, dass da was nicht stimmt?

Dazu muss man auf alle Fälle erstmal verstehen wie diese Wundermaschine funktioniert. Das allzeit bereit arbeitende, arme Ding in unserer Brust, hat nämlich einen Haufen zu tun. Seht doch mal, wie es vor sich hin saug-pumpt, und dabei für die Verteilung von frischem Blut sorgt.

Quelle: Surviving Medicine


Unser Herz besteht aus 4 Kammern, dem rechten und linken Vorhof und den beiden Herzkammern. Unsere Venen führen sauerstoffarmes Blut über die obere und untere Hohlvene zum rechten Vorhof. Von dort aus wird das Blut über eine Herzklappe in die rechte Herzkammer gedrückt. Als nächstes wandert das Blut über eine weitere Herzklappe in die Lungenarterie, durchläuft die Lunge, wird mit Sauerstoff angereichert und läuft dann über die Lungenvenen in den linken Vorhof. Das Blut gelangt anschließend über die dritte Herzklappe in die linke Kammer. Da es nun Sauerstoff mit sich führt, kann es endlich über die vierte und letzte Herzklappe in die Aorta gedrückt und von dort im Körper verteilt werden.


Das Herz hat sein eigenes System


Und weil das Herz einfach das krasseste Organ überhaupt ist, bringt es sogar sein eigenes Reizleitsystem mit. Mit dessen Hilfe leitet es elektrische Impulse weiter, um eben genau den beschriebenen Prozess in Gang zu setzen. Das EKG misst die elektrischen Strömungen auf der Haut und zeichnet sie auf. Die Grafik ist dann unsere Kurve.

EKG-Kurve

Im Bild seht Ihr, dass sie aus fünf Phasen: P, Q, R, S, T besteht. (Fragt mich nicht, wieso ausgerechnet dieser Teil des Alphabets.) In der P-Phase wird der rechte Vorhof in Erregung versetzt. Die Phase Q, R, S bedeutet, dass die Erregung nun im gesamten Herz verteilt wird. Die S, T – Strecke bedeutet, dass jetzt sämtliche Kammern erregt sind, mehr geht nicht und mehr passiert auch nicht, was man Refraktärzeit nennt. Die letzte Welle, die T-Welle steht für den Herzmuskel, der sich jetzt wieder entspannen darf. Je nachdem wie schnell das Ganze geschieht, ergibt sich daraus die Herzfrequenz. Diese wird aus dem Abstand der R-Zacken zueinander berechnet. Z. B. kann ein unausgeglichener Elektrolyt-Haushalt zu Herz-Rhythmus-Störungen führen und damit zu kürzeren oder weiteren Abständen der R-Zacken.

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