• Christine Sauer

Liebe deinen Magen

Ein empfindsamer Magen oder schwerwiegendere Magenprobleme, können sich auf unterschiedlichste Weise bemerkbar machen. Vom Völlegefühl, über saures Aufstoßen oder leichter Übelkeit, bis hin zu starken Krämpfen, Durchfall und im absolut schlimmsten Fall: einem Magendurchbruch.

Auch die Ursachen sind vielfältig. Meine Magenschleimhaut ist seit der Chemo- und Strahlentherapie beschädigt. Es gab eine Zeit, da habe ich auf ärztliche Anordnung täglich 40 mg Protonenpumpenhemmer, wie Pantoprazol oder Omeprazol eingenommen und es trug nicht zu einer Linderung bei!

Warum war das so?

Protonenpumpenhemmer reduzieren zwar die Säureproduktion, allerdings führt dies langfristig zu einem Teufelskreislauf. Indem der Magen mit weniger Säure arbeiten muss, muss er den Speisebrei mit einer heftigeren Muskelarbeit bewegen. Es kann dazu kommen, dass dabei ein Teil des Breis zurück in die Speiseröhre gedrückt wird und Sodbrennen auslöst, weshalb man dann wieder PPI einnehmen muss. Damals hieß es, ich müsse die täglichen 40 mg mein ganzes Leben lang zuführen und Nebenwirkungen, wie eine beschleunigte Osteoporose akzeptieren. Heute weiß ich, das war unnötig.


Die Magenfunktion

Wer regelmäßig unter Magenschmerzen leidet und etwas dagegen unternehmen will, sollte zuerst verstehen, wie der Magen arbeitet. Die erste Instanz ist der Mundraum. Hier wird die Nahrung mit den Zähnen und unserem Speichel verarbeitet. Kohlenhydrate und Fette werden halbangedaut an den oberen Magen weitergeleitet, der anfängt Salzsäure zu produzieren, um die Nahrung zu zersetzen. Die Salzsäure aktiviert Pepsinogen und Pepsinogen aktiviert den Verdauungssaft, Pepsin. Sie Salzsäure schützt den Körper vor Eindringlingen. Die Magenschleimhaut schützt die Magenwände vor der aggressiven Salzsäure.





Die Ursachen von Magenbeschwerden

Nicht nur Gifte, wie Chemotherapie können eine chronische Magenschleimhautentzündung hervorrufen, auch Viren und Bakterien, wie der Helicobacter oder Stress können dafür verantwortlich sein.


Mögliche Auslöser:

  • Bakterien und Viren

  • Krebserkrankung

  • Chemotherapie/Bestrahlung

  • Alkohol und Nikotin

  • Medikamente

  • Stress

  • Unverträglichkeiten

Um zu checken, was man denn nun hat, kann man einen Bluttest machen lassen. Z. B. kann der CRP-Wert im Blut Hinweise auf eine Entzündung im Körper geben. Amylasen-/Lipasen-Werte geben Aufschluss über die Funktion der Bauchspeicheldrüse. Wenn der Bluttest keine klare Diagnose bringt, schadet es nicht, ein CT Thorax und/oder eine Magenspiegelung inkl. Gewebeprobeentnahmen durchführen zu lassen. Ich kann schon nicht mehr zählen, wie viele ich davon hatte. Es ist nervig, aber man spürt wirklich nicht sehr viel, zumindest nicht, wenn man in einen kleinen Dämmerschlaf versetzt wird.


Tipps zur Prävention

Aber am besten ist natürlich, das alles gar nicht ertragen zu müssen. Eine gesunde Lebensweise und ein achtsamer Umgang mit dem eigenen Magen, kann zum Schutz vor Entzündungen beitragen. Stellt euch den Magen als eigenständiges Lebewesen vor, das ihr beschützen müsst. Ich weiß, das liest sich jetzt ein bisschen esoterisch, aber es hat seinen Sinn. Seht ihr euren Magen nicht mehr als eines von sehr vielen Organe an und geht dabei mehr auf „seine“ individuellen Bedürfnisse ein, füttert „ihn“ beispielsweise mit hochwertigem Essen, tut ihr euch selbst dabei viel Gutes. Denkt auch daran, euer Essen immer ausreichend zu kauen, dann erspart ihr dem kleinen Kerl viel harte Arbeit und er wird nicht so schnell sauer. Ich habe mir mittlerweile außerdem angewöhnt, während des Essens nicht so viel zu trinken (etwa ein Glas Wasser), sondern eine halbe Stunde davor oder danach. Zuviel Flüssigkeit verdünnt die Verdauungssäfte bzw. ändert ihren PH-Wert und kann so einen negativen Einfluss auf die Verdauung haben. Ich schreibe "kann", da es auch darauf ankommt, was man isst. Ballaststoffreiche Kost quillt durch Wasser besser und ist somit auch leichter verdaulich.

Dass wir Magengeplagte generell auch auf Zigaretten, zu viel Alkohol oder Zucker, zu fettes oder zu scharfes Essen verzichten sollten, muss ich euch sicher nicht sagen. Natürlich kann man auch mal ein Glas Alkohol trinken. Wenn es denn sein soll, solltet ihr allerdings nichts mit viel Säure, wie Sekt oder junge Weißweine trinken. Ich vertrage tatsächlich am besten Apfelwein (Klaro, bin ja Frankfurterin!), Bier und mal ein Glas Rotwein. Dagegen vertrage ich keinen Schnaps, keinen Weißwein und auch keinen Schampus.


Bei akuten Magenschmerzen

Solltet ihr eine akute Magenschleimhautentzündung haben, ist es übrigens besser sich nicht hinzulegen. Im Liegen kann die Magensäure nach oben wandern. Am besten lehnt ihr euch im Sitzen entspannt an eine Wand, trinkt eine Tasse Kamillentee, streichelt euren Magen ein bisschen, um ihn zu beruhigen und führt ihm Schleimstoffe zu. Auf Instagram habe ich über die wundervollen Flohsamen geschrieben. Lein- oder Chiasamen haben aber den gleichen Effekt. Was mir außerdem immer sehr gut hilft, sind Kartoffeln. Selbst wenn gar nichts mehr geht, und ich einen schlimmen Schub bekomme, Kartoffeln gehen immer! Was würde ich nur ohne sie tun?! Kartoffeln bilden eine Art Schutzfilm auf der Magenschleimhaut, enthalten wertvolle Kohlenhydrate, schmecken großartig und machen außerdem so richtig schön satt. Auch über die Kartoffeln habe ich bereits einen Beitrag veröffentlicht.


Aber denkt bitte daran, dass meine Empfehlungen keinen Gang zum Arzt oder Heilpraktiker ersetzen. Die Tipps, die ihr auf meinem Blog lesen könnt, basieren auf meiner eigenen Erfahrung, gepaart mit meiner Recherche und es liegt in eurer Verantwortung, ob ihr es begleitend zu einer individuellen Therapie ausprobieren wollt, um einen ganzheitlichen Ansatz zu verfolgen, oder nicht.


Ich hoffe, euch hat mein Artikel gefallen. Über Feedback freue ich mich immer!


Christine

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