©2019 by I am Sauer

  • Christine Sauer

Schlafhygiene

Wer unter Schlafproblemen leidet, kann sich im Alltag oft nicht konzentrieren. Man hat Angst vor dem Straßenverkehr, oder davor in wichtigen Meetings zu versagen. Man fühlt sich leer, wie eine wandelnde Hülle und was, wenn man die kommende Nacht wieder kein Auge zumacht? Noch einmal kann man sich eine schlaflose Nacht nicht leisten!


Das Gehirn soll sich wohlfühlen


Aber keine Panik, Schlafstörungen sind meist nur vorübergehend. Sollten sie sich dennoch manifestieren, ist das oberste Gebot: Nicht im Bett liegen bleiben, um zu grübeln. Das klingt zwar konträr, hat aber durchaus Sinn. Indem man aufsteht, aus dem Schlafzimmer geht, entkoppelt man das Problem „Ich kann nicht schlafen“ vom Ort des Geschehens. Das Gehirn soll sich dort wohlfühlen und nicht grämen. Das gilt bei Einschlafstörungen, genauso wie bei Durchschlafstörungen.


Vorbeugend sollte man außerdem Schlafhygiene betreiben. Dazu zählt, dass das Schlafzimmer gemütlich sein sollte: Eine bequeme Matratze, die kuschelige Bettwäsche, das diffuse Licht, ein angenehmer Raumduft. Vielleicht besorgt man sich ein Pillowspray mit Zirbelholzgeruch. Die ätherischen Öle der Zirbel wirken beruhigend.


Rituale integrieren


Zur Schlafhygiene gehört auch, dass man am Abend nicht zu viel und fettig isst. Der Darm muss dann Schwerstarbeit leisten und das merkt der gesamte Organismus. Auch sollte man nicht jeden Abend spät nach Hause kommen, dann noch den Haushalt erledigen oder im schlimmsten Fall direkt ins Bett gehen. Der Geist ist nach einem ereignisreichen Abend noch zu sehr beschäftigt, denkt über die letzten Stunden nach und schweift dann schnell ab zu größeren Problemen. Besser ist es, sich vor dem nächtlichen Zubettgehen, mit einem wiederkehrenden Ritual zu beschäftigen. Dabei ist es gar nicht so wichtig, was dieses Ritual beinhaltet, sondern dass es immer wieder geschieht. So wissen sowohl Körper, als auch der Geist: „Ah, langsam ist es soweit. Wir können uns beruhigen. Wir gehen jetzt ins Bett.“ Vielleicht räumt man die Spülmaschine noch in Ruhe aus, schaut ob die Kinder auch wirklich schlafen (sofern man welche hat), sprüht schon mal das eigene Schlafzimmer mit Zirbelholzduft ein, lüftet zuvor noch den Raum, legt die Kleider für den nächsten Tag raus, betreibt Körperpflege, legt sich ins Bett und liest noch ein paar Seiten seines Lieblingsbuches oder hört zum Einschlafen ein Hörspiel.


Hilft nicht auch einfach ein Glas Rotwein?


Ein Glas Rotwein macht müde, ja. Allerdings wird es nicht wirklich helfen, wenn man unter Schlafstörungen leidet. Ein Glas allein hält einen nicht vom Gedankenkarussell ab, eine Flasche Rotwein dagegen schon, nur hat der Schlaf selbst dann keine Qualität. Alkohol verhindert, dass wir die Tiefschlafphase erreichen. Wir haben zwar das Gefühl als lägen wir im „Koma“, aber das lag dann an der nervlichen Betäubung, nicht am tiefen Schlaf.


Nochmal zusammengefasst, was man tun kann, um besser schlafen zu können:


  • Das Schlafzimmer soll einer Wohlfühloase gleichen.

  • Kein fettiges, reichliches Mahl vor dem Zubettgehen.

  • Nicht zu spät nach Hause kommen.

  • Ein Ritual hilft dem Organismus runterzufahren.

  • Rotwein ist leider keine Lösung.

Hat man allerdings einen schnarchenden Partner neben sich, hilft die ganze Schlafhygiene natürlich nicht, sondern nur Ohrenstöpsel oder die Scheidung ;) Ach ja, und Hände weg vom Handy. Das wühlt erstens auf, zweitens hindert uns das Bildschirmlicht daran Melatonin, das Schlafhormon auszuschütten. In diesem Sinne...


Gute Nacht!

73 Ansichten