• Christine Sauer

Warum müssen wir Kortison eigentlich ausschleichen?

Aktualisiert: 10. Okt 2019

Kortison soll man niemals einfach absetzten. Aber warum das so ist, hatte ich mich vor diesem Text tatsächlich noch nie gefragt. Ich dachte immer, das wäre wie bei Psychopharmaka. Die muss man ausschleichen lassen, um den Körper keinem kalten Entzug auszusetzen. Aber ganz so ist das nicht.

Kortison, Cortison oder auch Glukokortikoide führen wir von außen zu, wenn wir eine Entzündung im Körper haben, die nicht von alleine heilen will. Z. B. wendet man eine ganze Reihe von Kortison-Präparaten bei Allergien, Asthma brochiale, Autoimmunerkrankungen, chronischer Polyarthritis und einigen Darmentzündungen an.

Bei einer Einnahme länger als zwei bis drei Wochen, kann sich allerdings eine unschöne Nebenwirkung, namens Cushing-Syndrom einstellen. Frauen erkranken hieran viermal häufiger als Männer. Es kommt zur Gewichtszunahme, Müdigkeit, Schwäche, Hautrötungen, Zyklusstörungen, fettiger Haut, Akne, vermehrter Schamhaarwuchs bis hin zur Osteoporose. Die Ursache ist in diesem Fall iatrogen, ärztlich verursacht. Es gibt das Cushing-Syndrom allerdings auch als primäre Erkrankung.


Langzeiteinnahme führt zu Symptomen


Was passiert nun im Körper, wenn wir Kortison über längeren Zeitraum einnehmen? Eine Zuführung von außen hemmt die körpereigene Kortikoidsekretion der Nebennierenrinde, was zu einer Störung im Hormonhaushalt führt. In Stresssituationen oder beim Absetzen des Kortisons kommt es also zu einer Unterfunktion der Nebennierenrinde, einer Nebenniereninsuffizienz. Es machen sich Symptome bemerkbar wie, Braunfärbung der Haut, Müdigkeit, Hunger auf Salziges, ansonsten aber Appetitmangel und Gewichtsverlust. Außerdem können sich Depressionen, niedriger Blutdruck und Verdauungsbeschwerden einstellen. Um das zu verhindern, lassen wir Kortison ausschleichen. Bei einer Langzeiteinnahme kann sich das über drei Phasen hinwegziehen. Nur so lernt der Körper, speziell die Nebenniere, die eigene Arbeit aufzunehmen.



Um das generelle Leiden, der Kortison-Einnahme etwas zu reduzieren, werden die Präparate übrigens morgens verabreicht. Somit wird die körpereigene Produktion nachgeahmt. Außerdem überwacht man die Cushing-Schwellendosis. Heißt, nicht mehr als bis zu 30 mg pro Tag bei Frauen und bis zu 40 mg pro Tag bei Männern. Aber am besten ist natürlich gar kein Kortison. Es hemmt zwar Entzündungen, allerdings kann es niemals die Ursache bekämpfen.

41 Ansichten
 

©2019 by I am Sauer